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Die Geschichte des TV Gefrees
1862-1867 Vereinsgründung und erste Jahre
Da über die Gründungsversammlung des TV Gefrees offensichtlich kein
Protokoll angefertigt wurde, konnte in einer Niederschrift vom 3. Mai 1863
der Geburtstag des Turnvereins im Nachhinein terminiert werden. Über den
Verlauf dieser Versammlung ist zu lesen:
Ich, Unterzeichneter, wurde unter heutigem Dato zum Sprechwart
oder Vorstand des Turnvereins gewählt und habe ich auch diese Stelle bis zur
Neuwahl angenommen. Nach den Statuten des Vereins fand ich in den Turnrath
gewählt:
- Als Sprechwart: Conrad Sachs
- Als Turnwart: Christian Greiner
- Als Säckelwart: Joh. Müller
- Ausschußmitglieder:
- 1. Gg. Jahreiß
- 2. Heinrich Sachs
Conrad Sachs, wo ich als bereits oben erwähnter hier notiere, daß keine
Ersatzmänner mir bekannt sind.
Nach § 5 der Statuten wurde mir weder Mitgliederverzeichnis noch Inventarium,
außer der Chronik und Siegel des Vereins übergeben. Als Pflicht dieser Stelle
als Sprechwart hat auch solcher, da kein Schriftwart nach den Statuten gewählt
ist, eine Chronik zu führen, ich habe zwar ein Buch hierzu erhalten, aber es
steht seit Gründung des Vereins nichts drinnen. Ich erlaube mir daher, als
1. Notiz einzutragen:
Soweit mir bekannt ist und ich auch von Turnern gehört habe, wurde der Verein
unter Leitung des Pfarrers Pöschel, hier am zweyten Osterfeiertag, also am
21.4.1862, gegründet und wurde derhalben auch nach gesetzlicher Anzeige durch
das königliche Bezirksamt Berneck unterm 25. Juni sanctioniert.
Bei der am 29.5.1863 durchgeführten Generalversammlung wurden die eingangs
Erwähnten in ihren Ämtern bestätigt. Am 7. Juni gehörten dem Verein bereits
32 aktive Turner, fünf Turnzöglinge und elf Turnfreunde an. Zur Errichtung
eines Turngerüstes stifteten sie einige Baumstämme, so dass der Turnbetrieb
aufgenommen werden konnte.
Ein Jahr später wurden in der Niederschrift zur Generalversammlung die
zwölf Gründer des Turnvereins namentlich festgehalten:
Heinrich Sachs, Johann Müller, Georg Haßfürther, Erhard Maier,
Gg. Rausch, Joh. Schlemmer, Michael Popp I, Carl Schwab, Karl Richter,
Mich. Popp II, Johann Klaumünzer und Christ. Rogler
Mit Elan trieben die Verantwortlichen den Aufbau des Vereins voran und
weihten am 8. September 1865 erstmals eine Fahne.
Außer dem Patenverein Bayreuth waren die Turnvereine Kulmbach,
Münchberg und Zell anwesend. Eine ungeheuere Menschmenge von hier und auswärts
wohnten dieser Weihe bei.
Das Kriegsjahr 1866 verschonte auch den Verein nicht. Der Turnbetrieb
musste vorübergehend unterbrochen werden.
Nachdem die Kriegswirren überstanden waren, trat der Turnverein am 17.
Februar 1867 erstmals gesellschaftlich in Erscheinung. Dem Protokoll war
zu entnehmen:
Im Saale des Herrn Gastwirth Carl Künneth findet ein Ball statt.
Für diesmal zahlen Turner und Turnfreunde kein Entrée. Der Polizeidiener
Schöffel soll zur Abwehr der Nichtmitglieder an dem Ballabend für seine
Thätigkeit eine Entschädigung erhalten.
Noch im gleichen Jahr wurden mit Fuhrwerken und Leiterwagen auch Turnfeste
benachbarter Verein besucht und ein Inventar angelegt. Folgende vereinseigene
Gegenstände wurden darin aufgeführt:
Turngerät mit Mastbaum, 1 Voligirbock, 2 eiserne Ringe mit
Leinen, 1 großes Seil, 1 Stehbarren, 1 Schwungreck, 1 Vereinsfahne und
hierüber Feuerversicherungspolice, 18 Stück Turnzeichen, 1 Petroleumlampe,
Mützen und Schärben zu Leichenbegräbnissen.
Wird fortgesetzt...
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